Giftige Pflanzen für Pferde

Jakobskreuzkraut

Der Sommer steht vor der Tür und die Wiesen stehen in sattem Grasgrün. Doch zwischendurch stehen immer wieder vereinzelt andere Pflanzen - welche davon sind giftig für Pferde?

 

Es gibt viele verschiedene Pflanzen, die für Pferde sehr giftig sind. Es heißt, dass die Tiere sowieso nicht fressen, was sie nicht vertragen, aber haben Sie schon mal ein gefühlt alles-fressendes-Shettlandpony gesehen? Daher sollte das Futterangebot an Gras und/oder Heu auf der Weide nicht enden. Extrem hungrige Pferde fressen auch irgendwann alles, da setzt dann der Grunderhaltungstrieb ein.

 

Falls ihr Pferd etwas gefressen hat, dass Ihnen merkwürdig vorkommt oder Sie sogar als Giftig identifizieren, nehmen Sie unbedingt etwas davon mit, um es dem Tierarzt oder der Pferdeklinik zeigen zu können. So kann ein eventuell nötiges Gegenmittel schneller gefunden werden. Damit es aber gar nicht erst zu einer Vergiftung kommt, stelle ich Ihnen hier die bekanntesten und wichtigsten Giftpflanzen vor - alle können Sie beispielsweise hier nachlesen. So können Sie Ihre Koppeln regelmäßig absuchen und auch beim Ausritt darauf achten, dass nichts Giftiges in Reichweite ist.

Adlerfarn

Der Adlernfarn ist weltweit verbreitet und wächst besondern in Mitteleuropa gerne in regenreichen Gebieten auf dem Waldboden. 2-3 kg des Adlernfarn sind für Pferde tödlich. Das Tükische ist hier, dass der Adlerfarn auch im Heu noch giftig ist.

Adlerfarn

Sumpfschachtelhalm

Der Sumpfschachtelhalm ist eine 10-60 cm hohe Pflanze, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz weit verbreitet ist. Sie zieht feuchte Gegenden vor. Wenn ein Pferd 20% seines Raufutters mit Sumpfschachtelhalmen verunreinigt frisst, endet das tödlich. Auch diese Pflanze ist in Heu oder Heulage noch giftig.

Sumpfschachtelhalm

Krauser Ampfer

Der Krause Ampfer gehört zu den Knöterichgewächsen und ist eine immergrüne Pflanze mit einer Höhe von bis zu 1,5 m. Er ist in ganz Deutschland verbreitet und wächst am besten auf Lehmboden. Vergiftungssymptome sind: Durchfall, Kolik, Herzrhythmusstörungen, Hypotonie, Zittern, Lähmungen, Hämaturie/Anurie u. a. Auch diese Pflanze ist getrocknet noch schwach giftig, sollte also in Heu nicht enthalten sein. 

Krauser Ampfer

Herkulesstaude

Die Herkulesstaude, auch Riesenbärenklau genannt, ist in Mitteleuropa verbreitet und kann eine Wuchshöhe von 3,5 Metern erreichen. Die Pflanze ist schon äußerlich giftig, eine alleinige Berührung kann Verbrennungen 1. bis 2. Grades mit Blasenbildung verursachen. Daher ist auch für den Menschen beim Beseitigen dieser Pflanze Vorsicht geboten.

Herkulesstaude

Schwarzes Bilsenkraut

Das schwarze Bilsenkraut gehört zu den Nachtschattengewächsen, es blüht von Juni bis Oktober und wird bis zu 60 cm hoch. In Deutschland ist tritt sie nicht so häufig auf. 300 g der Pflanze sind für Pferde bereits tödlich! Vergiftungssymptome: schnelle Atmung, starker Durst, Verstopfung, Lähmung von Gliedern und Tobsucht. 

schwarzes Bildenkraut

Buchsbaum

Der immergrüne Buchsbaum ist stark giftig und bereits 700 g Frische Blätter wirken tödlich. Da der Buchsbaum häufig als Hecke oder als Zierpflanze im Garten gepflanzt wird, achten Sie genau darauf, ob Ihre Pferde dazu Zugang haben und wohin Sie Ihre Gartenabfälle entsorgen! Ebenfalls achten Sie bitte auf Turnierdekorationen!

Buchsbaum im Gartenfachhandel

Eibe

Die Eibe ist ein hochgiftiger Strauch bzw. kleiner Baum. Sie ist immergrün und bekommt im Herbst diese leuchtend roten Früchte. Bereits 150g Eibe sind für ein Großpferd tödlich, der Tod tritt bereits nach 5 Minuten bis zu 1,5 Stunden durch Herzversagen ein. Auch getrocknet ist Eibe weiterhin hochgiftig!

Eibe mit Beeren

Blauer Eisenhut

Der blaue Eisenhut ist eine der giftigsten Pflanzen Europas. Er erreicht eine Wuchshöhe von 50-200 cm und bevorzugt lehmigen Boden. In der Homöopathie wird aus dem Eisenhut das Mittel Aconitum hergestellt, die Pflanze selbst ist aber hoch giftig und bereits 100-200 g der Pflanze können für ein Pferd tödlich sein!

Blauer Eisenhut

Fingerhut

Der Fingerhut ist eine in Europa weit verbreitete Pflanze. Sie blüht zwischen Juni und Oktober und erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 150 cm. Die glockenförmigen Blüten sind gelb oder rot. 25 g getrocknete oder 100 g frische Pflanzenteile sind für Pferde meist tödlich.

Fingerhut

Jakobskreuzkraut (JKK)

Das Jakobskreuzkraut, unter Reitern auch JKK genannt, ist nicht nur giftig, sondern dabei auch tückisch. Denn die Pflanz,e sie sehr gerne auf Pferdeweisen wächst, ist im getrockneten Zustand nicht mehr bitter und wird daher im Heu von den Pferden mitgefressen. Doch sie ist noch genauso giftig wie vorher. So können die Vergiftungserscheinungen langsam auftreten und so können Pferde auch nach längerer Zeit noch daran versterben.
JKK wird bis zu 100 cm hoch und blüht zwischen Juni und September gelb. Doch da die ganze Pflanze giftig ist, sollten die Weiden im Frühjahr und Sommer regelmäßig abgesucht werden.

Fingerhut

Gundermann

Der Gundermann ist besonders für Pferde sehr giftig. Er wächst auch nährstoffreichen Böden und grünen Wiesen und blüht von April bis Juli. Danach wächst die Pflanze am Boden weiter und ist immergrün. Der Gundermann ist auch getrocknet noch mindestens 3 Monate giftig. Bei einem Verzehr in großen Mengen ist er tödlich.

Gundermann

Herbstzeitlose

Die Herbstzeitlosen sind ein Krokusgewächs und blühen von August bis Oktober in weiß und/oder rosa. Eine Pflanze trägt ein bis drei Blüten. Sie wachsen vor allem in Süddeutschland und Österreich. Hier sind besonders die Knollen und Samen der Pflanze giftig, bereits 50 g sind tödlich. Auch getrocknet im Heu ist diese Pflanze noch über Jahre hinweg extrem giftig.

Herbstzeitlose