Herpes bei Pferden

Zwei Pferde beschnuppern sich

 

Die Equine Herpesvirusinfektion (EHV) ist eine weit verbreitete und hochgradig ansteckende Erkrankung. Da der Virus nie ganz aus dem Körper verschwindet, sind 90% der Pferdepopulation Virusträger. So kann ein Pferd, dass sich einmal mit dem Herpesvirus infiziert hat, jederzeit daran wieder erkranken. Dies kann beispielsweise durch Stresssituationen, Klinikaufenthalte, andere Erkrankungen oder auch beim Absetzen des Fohlens hervorgerufen werden.

Ansteckung mit Herpes

Das Herpesvirus wird meist über Tröpfcheninfektion von einem Pferd aufs andere übertragen. Da die Ansteckung leider auch von der Mutterstute an das ungeborene Fohlen erfolgen kann, muss mit einem Abort gerechnet werden. Die Inkubationszeit beträgt meist 12 Stunden bis 10 Tage.

Symptome bei einer Herpeserkrankung

Ein an EHV erkranktes Pferd leidet meist an einer schleimigen Atemwegsentzündung. Es hat 40-41°C Fieber und unbehandelt kann es sich bis zu einer Lungenentzündung ausweiten.


Eine andere Form der Herpervirusinfektion äußert sich in einer Erkrankung des Nervensystems. Nach einer oft unbemerkten kurzen Fieberphase können hier Bewegungstörungen und Lähmungen auftreten, die sich besonders auf der Hinterhand zeigen. Es kann bis zum Festliegen kommmen, zum Teil wird auch die Nahrungsaufnahme verweigert und die Kot- und Urinabsatz wird unregelmäßig.


Eine weitere Form der EHV wird vom Typ 2 ausgelöst, gegen den keine Impfung möglich ist. Es betrifft das Auge des Pferdes und kann zu einer Entzündung der Bindehaut und der Hornhaut des Auges führen.


Die letzte Form der Equinen Herpesvirusinfektion löst eine Genitalinfektion aus und wird beim Decken von Hengst auf Stute oder andersherum übertragen. Symptome hierfür sind Bläschen oder Pusteln im Bereich der Genitalschleimhäute der Stute sowie am Penis des Hengstes. Gegen diese Form gibt es ebenfalls keinen Impfstoff.

Diagnose

Eine definitive Feststellung einer Infektion mit dem Equinen Herpervirus kann nur labordiagnostisch erfolgen!

Behandlung

Das betroffene Pferd sollte sofort in Quarantäne gestellt werden. Alle anderen Pferde sollten gut beobachtet und ggf. ebenfalls behandelt werden. Alles sollte gut desinfiziert werden, alle Menschen, die Umgang zu diesem Pferd haben, sollten sich gut die Hände waschen und nach Möglichkeit die Kleidung wechseln.


Um die Herpesinfektion zu behandeln, müssen verschiedene Wege eingeschlagen werden. Eine Therapie sollte sowohl entzündungshemmend, immunsystemstärkend als auch den Kreislauf unterstützend sein. Um sein Pferd nicht mit NSAIDs mit weiteren Nebenwirkungen zu belasten, ist hier die Phytotherapie eine angebrachte Therapie.

Prophylaxe

Es gibt die Möglichkeit, sein Pferd gegen die Herpesvireninfektion zu impfen. Nach einer Grundimmunisierung müsste die Impfung alle 6 Monate aufgefrischt werden. Es vier verschiedene Arten von Herpesviren, allerdings wirkt der Impfstoff nur gegen Typ 1 und 4. Der Nutzen der Imfpfung liegt hierbei nicht auf dem totalen Ausschluss der Krankheit, sondern nur darauf, die Herpesviren zu reduzieren und so die Ansteckungsgefahr für andere Pferde geringer zu halten.  Im Akutfall darf auf keinen Fall eine "Notimpfung" durchgeführt werden, da dies zu einer Verschlimmerung der Symptome führt!