Magengeschwüre beim Pferd

Mädchen kuschelt mit Pferd

Schmerzmittel sind schnell verschrieben und sollen Abhilfe schaffen. Doch ist uns eigentlich klar, was sie anrichten können?


Verschiedenste Schmerzmittel bzw. Entzündungshemmer wie Aspirin, Ibuprofen, Diclofenac, Indometacin oder Meloxicam, meist unter der Abkürzung NSAID oder NSAR zusammengefasst, haben extreme Nebenwirkungen, vor allem auf den Magen.

Symptome eines Magengeschwüres

Die Symptome sind bei den meisten Magenkrankheiten gleich:

  • leichte Koliksymptome
  • Bruxismus (vermehrter Speichelfluss)
  • Gähnen, Flehmen, vermehrtes Lecken

Diagnose-Möglichkeiten für Magen-Geschwüre

Wenn andere Krankheiten ausgeschlossen werden, entzieht man dem Pferd nach Absprache mit dem Tierarzt ca. 48 Stunden vor einer Gastroskopie das Futter, dann sollte der Magen leer sein. Wenn er das nicht ist, liegt vermutlich eine Magen-Entleerungsstörung vor. Bei der Gastroskopie sind dann die Magen-Geschwüre (Ulzera) meist auf der kutanen Schleimhaut im Pferdemagen sichtbar. Die Magen-Geschwüre werden in vier Schwere-Grade eingeteilt.

  • Grad 1: oberflächlich
  • Grad 2: oberflächlich und tief
  • Grad 3: großflächig und tief
  • Graf 4: tief und blutend (siehe Bild unten)

Ursachen

Es gibt verschiedene Ursachen für ein Magengeschwür. Das häufigste ist in jedem Fall der Stress. Doch auch die Nebenwirkungen der NSAIDs, Parasiten oder Fütterungsfehler können Schuld an der Erkrankung sein.

Stress

Es gibt verschiedenste Auslöser für Magen-Geschwüre. Der am meisten Verbreitetste ist Stress. Gerade Rennpferde und Traber sind sehr anfällig dafür, 93% von ihnen sind erkrankt . Aber auch Stallwechsel, das Absetzen von Fohlen, Transporte oder andere Krankheiten können ein Auslöser für diesen Stress sein. Zudem sind häufiger Pferde in Boxenhaltung betroffen als Pferde mit ganztägigem Weidegang. Sie scheinen ebenfalls mehr unter Stress zu stehen.

NSAIDs

Doch auch die Behandlung mit NSAID können diese Geschwüre auslösen. Diese Medikamente hemmen die Prostaglandin E2-Synthese, die aber wichtig ist, um den Magen vor der Magensäure zu schützen. So kann diese den drüsenlosen Teil der Magenschleimhaut (kutane Schleimhaut) angreifen und blutige Geschwüre bilden. Je nach Schwere-Grad der Ulzera verursacht das beim Pferd starke Schmerzen, Appetitlosigkeit und die oben genannten Symptome.

Bisher gibt es noch keine Studien zu der Anzahl der erkrankten Pferde in Folge der NSAID Einnahme. Bei Menschen ist laut klinikundforschung.de : "bei alleiniger NSAR-Einnahme pro 1000 Patienten mit 30 bis 40 symptomatischen Ulzera, 10 bis 15 Hospitalisierungen und ein bis zwei Todesfällen zu rechnen." Das mag dem einen oder anderen wenig erscheinen. wenn man aber überlegt, wie vielen Menschen mal eben zur Kopfschmerztablette greifen, ist es eine dramatisch hohe Zahl.

Weitere Ursachen

Auch eine falsche Fütterung, wie falsche Fütterungsintervalle (nur 1x täglich) oder zu energiereiches Futter können Magengeschwüre verursachen. Ebenfalls können Parasiten wie der Dasselwurm so eine Erkrankung zur Folge haben.

Mein Fazit: Versucht eurem Pferd so wenig Stress wie möglich zuzumuten. Sollte es aber doch an Magen-Geschwüren erkranken, stellt sicher, dass es nicht als Nebenwirkung von NSAID herrührt. Und wenn euch der Tierarzt gegen irgendwelche anderen Beschwerden eurer Pferde NSAIDs aufschreibt, fragt ihr ruhig nach einer Alternative oder kontaktiert den Tierheilpraktiker eures Vertrauens! Denn nicht immer sind solche Medikamente wirklich nötig. Für einen ganzheitlichen Behandlungsansatz ist ein gutes Teamwork aller Parteien aus Tierarzt, Tierheilpraktiker, Zahnarzt und Hufschmied gefragt!


Weitere spannende Artikel zum Nachlesen: